
- 1. Hör auf, jeden Tag dieselben Entscheidungen neu zu treffen
- 2. Plane dein Essen einmal und nicht siebenmal
- 3. Mach dir das Einkaufen einfacher
- 4. Bündle Dinge, die sowieso zusammenpassen
- 5. Automatisiere die langweiligen Sachen
- 6. Mach deinen Haushalt praktisch, nicht perfekt
- 7. Gib Dingen einen Platz dort, wo du sie wirklich brauchst
- 8. Mach nicht aus jeder Aufgabe ein Projekt
- 9. Nutze Helfer dort, wo sie dir wirklich Arbeit abnehmen
- 10. Such nach dem einen Schritt, den du dir sparen kannst
- Du musst deinen Alltag nicht komplett umkrempeln
- Fang dort an, wo es dich jeden Tag nervt
Den Alltag einfacher machen: 10 Dinge, die dir jeden Tag Zeit und Nerven sparen
Wir kennen es alle, im Alltag ist immer viel zu tun und wenn du es nicht machst, macht es meist kein anderer. Die Wäsche wäscht sich nicht von allein, der Kühlschrank möchte regelmäßig gefüllt werden, die Rechnungen müssen bezahlt, Termine vereinbart und irgendwann sollte vermutlich auch mal wieder jemand die Wohnung durchsaugen.
Und wenn du für andere Menschen mitverantwortlich bist, wird die Liste nicht gerade kürzer.
Deshalb halte ich wenig von Versprechen wie: „Dein Alltag wird leichter, wenn du ihn nur richtig organisierst.“ Die Aufgaben bleiben ja. Aber was wir verändern können, ist, wie wir mit ihnen umgehen.
Du willst heute direkt anfangen?
Nimm dir 2 Minuten und schreib drei Dinge auf:
- Was kostet mich im Alltag immer wieder Zeit?
- Was muss ich ständig neu entscheiden?
- Was könnte ich einmal vorbereiten und danach immer wieder nutzen?
Genau solche kleinen Zeitfresser schauen wir uns jetzt an.
Vielleicht musst du nicht dreimal die Woche einkaufen, vielleicht brauchst du nicht jeden Abend neu überlegen, was es zu essen gibt. Vielleicht lassen sich zwei Wege miteinander verbinden oder eine Aufgabe ganz automatisch erledigen.
Meistens sind es keine riesigen Veränderungen. Es sind kleine Dinge, die du jeden Tag ein bisschen anders machst und über die du irgendwann gar nicht mehr nachdenken musst.
Hier kommen zehn davon.
1. Hör auf, jeden Tag dieselben Entscheidungen neu zu treffen
„Was essen wir heute?“ „Was brauchen wir noch aus dem Supermarkt?“ „Wann erledige ich das?“ „Wo habe ich das hingelegt?“
Jede einzelne Frage ist nicht wirklich das Problem. Aber wenn du den ganzen Tag über solche kleinen Entscheidungen treffen musst, werden daraus erschreckend viele. Auch diese ständige Dankbarkeit kann Teil von Mental Load sein und das müde machen, ohne das man abends sagen könnte, warum.
Was mir hier wirklich hilft: Für Dinge, die ständig wiederkommen, Standardlösungen zu finden.
Zum Beispiel:
- Du brauchst regelmäßig ein schnelles Abendessen? → Schreib dir zehn Gerichte auf, die ihr mögt und die schnell gemacht sind.
- Du kaufst jede Woche dieselben Grundnahrungsmittel? → Erstelle eine Einkaufsliste, auf der diese Sachen schon stehen.
- Du vergisst bestimmte Aufgaben ständig? → Stell dir eine wiederkehrende Erinnerung ein.
- Du brauchst morgens immer dieselben Sachen? →Leg sie dort hin, wo du sie morgens tatsächlich benutzt.
Das klingt nicht besonders spektakulär. Soll es auch gar nicht. Eine gute Lösung im Alltag muss nicht kreativ sein. Sie muss nur funktionieren.
Alles, was du nicht jeden Tag neu entscheiden musst, ist eine Entscheidung weniger in deinem Kopf.
→ Lies auch gern passend dazu: Wenn dir alles zu viel wird: 7 Dinge, die deinen Kopf und Alltag entlasten
2. Plane dein Essen einmal und nicht siebenmal
Die Frage „Was essen wir heute?“ kann erstaunlich nervig werden. Vor allem um 17 Uhr, wenn alle Hunger haben und im Kühlschrank drei Möhren, ein halber Becher Frischkäse und irgendetwas liegt, von dem keiner mehr genau weiß, wann es geöffnet wurde.
Dann noch schnell einkaufen? Pizza bestellen? Nudeln? Oder irgendetwas zusammenrühren?
Und morgen beginnt das Ganze wieder von vorne.
Ein einfacher Wochenplan kann hier wirklich helfen. Und damit meine ich keinen wunderschön gestalteten Plan, bei dem du sonntags sieben aufwendige Gerichte für die kommende Woche vorbereitest.
Ich meine das hier:

Du kannst sogar eine kleine Liste mit Gerichten führen, die bei euch immer funktionieren. Dann musst du nicht jede Woche wieder von vorn anfangen.
Ich plane außerdem bewusst ein oder zwei einfache Tage ein. Reste essen ist ein Abendessen, eine Brotzeit ist ein Abendessen, Tiefkühlgemüse hat man fast immer da. Und niemand bekommt einen Orden dafür, dass er nach einem anstrengenden Tag noch drei verschiedene Töpfe auf den Herd gestellt hat.
Es geht nicht darum, perfekt zu planen. Es geht darum, dir die tägliche Entscheidung abzunehmen.
3. Mach dir das Einkaufen einfacher

Auch beim Einkaufen wiederholen sich erstaunlich viele Dinge.
Milch, Brot, Toilettenpapier, Waschmittel, Kaffee, Nudeln, Obst, Gemüse, je nach Haushalt sieht die Liste anders aus, aber vieles kaufst du regelmäßig. Warum also jedes Mal wieder neu überlegen?
Eine Standard-Einkaufsliste kann dir viel Arbeit abnehmen. Schreib einmal alles auf, was ihr regelmäßig braucht, am besten grob nach Bereichen sortiert, damit du im Laden nicht hin- und herlaufen musst. Vor dem Einkauf gehst du dann nur noch kurz durch: Was brauchen wir noch zusätzlich?
Und wenn möglich, versuche Einkäufe zu bündeln. Dreimal wegen einzelner Sachen loszugehen kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld, vorallem, wenn du die Wege jedes Mal mit dem Auto fahren musst.
Ein größerer Einkauf kann manchmal einfacher sein als viele kleine.
Natürlich klappt das nicht immer. Irgendetwas fehlt grundsätzlich genau dann, wenn man eigentlich kochen wollte. Aber wenn aus drei zusätzlichen Fahrten nur noch eine wird, ist schon etwas gewonnen.
Ein Planer für alles, was du nicht im Kopf behalten willst
Ein abwischbarer Planer am Kühlschrank kann für Essensplanung, Einkauf, Termine oder wiederkehrende Aufgaben genutzt werden. Einmal aufschreiben und du musst nicht jedes Mal wieder neu überlegen.
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4. Bündle Dinge, die sowieso zusammenpassen
Manchmal ist nicht die Aufgabe das Problem, sondern das ständige Wechseln zwischen lauter kleinen Dingen. Eine E-Mail beantworten, dann Wäsche aufhängen, dann kurz zur Apotheke, danach eine Rechnung überweisen, zwischendurch jemanden anrufen und später noch zur Post.
Der ganze Tag besteht plötzlich aus lauter Anfängen, aber nichts kommt wirklich zu Ende. Das ist ermüdend.
Was mir hilft: Ähnliche Dinge zusammenlegen, wenn es geht.
Apotheke und Supermarkt liegen nebeneinander? Zusammen erledigen. Du musst sowieso in die Stadt? Vielleicht kannst du das Paket gleich mitnehmen. Mehrere Telefonate stehen an? Mach sie hintereinander. Papierkram hat sich angesammelt? Einmal eine Stunde dafür nehmen, statt jeden zweiten Tag wieder irgendwo anzufangen.
Das bedeutet nicht, dass du deinen kompletten Tag minutiös durchplanen sollst, sondern einfach, aus fünf einzelnen Aktionen vielleicht zwei zu machen.
Weniger anfangen. Weniger wechseln. Weniger Wege.
5. Automatisiere die langweiligen Sachen
Es gibt Aufgaben, über die wirklich niemand jeden Monat wieder nachdenken muss.
- Eine Rechnung ist jeden Monat am gleichen Tag fällig? → Dauerauftrag.
- Du vergisst regelmäßig, etwas zu bestellen? → Wiederkehrende Erinnerung.
- Geburtstage? → Einmal eintragen und jährlich wiederholen lassen.
- Jeden Dienstag muss etwas Bestimmtes erledigt werden? → Ab in den Kalender.
Es geht nicht darum, dein komplettes Leben mit Apps und Technik zu steuern. Mir reicht die Erinnerungsfunktion im Handy völlig aus.
Überleg einmal, welche Sätze du häufig denkst: „Mist, das wollte ich doch noch …“ „Daran muss ich unbedingt denken.“ „Das darf ich nächste Woche nicht vergessen.“
Genau dort lohnt sich die Frage: Warum muss eigentlich ich daran denken? Vielleicht kann dein Handy das übernehmen oder auch nur der Notizzettel am Kühlschrank.
6. Mach deinen Haushalt praktisch, nicht perfekt
Ein perfekt organisierter Haushalt sieht auf Bildern toll aus, im echten Leben wohnt da aber jemand. Dinge werden benutzt, Wäsche stapelt sich, Menschen lassen Sachen liegen und irgendjemand stellt garantiert etwas genau neben den Platz, an den es eigentlich gehört.
Deshalb ist für mich eine andere Frage viel hilfreicher als „Wie bekomme ich hier perfekte Ordnung rein?“
Was nervt mich hier eigentlich ständig und warum?
Stehen Schuhe immer im Weg? Dann brauchst du vielleicht keine neue Aufräumroutine, sondern einen Korb oder kleines Schuhregal. Sammelt sich Post ständig auf dem Küchentisch? Dann braucht sie dort oder in der Nähe einen festen Platz. Trägst du Putzmittel ständig durch die ganze Wohnung? Vielleicht ist ein zweites kleines Set dort sinnvoll, wo du es häufig brauchst. Sammeln sich Dinge auf der Treppe, die nach oben sollen? Stell einen Korb hin und nimm ihn einmal am Tag mit.
Eine Wohnung muss nicht so organisiert sein, wie irgendein Ordnungssystem behauptet.Sie sollte so funktionieren, wie du tatsächlich lebst. Und wenn eine ungewöhnliche Lösung bei dir funktioniert, ist es eine gute Lösung.

7. Gib Dingen einen Platz dort, wo du sie wirklich brauchst
„Wo ist mein Schlüssel?“ „Hat jemand die Schere gesehen?“ „Wo habe ich diesen Brief hingelegt?“ „Wo sind die Einkaufstaschen?“
Man kann erstaunlich viel Zeit damit verbringen, Dinge zu suchen.
Ich kann davon ein Lied singen. Aber sind wir mal ehrlich, irgendwann nervt es dich nur noch und es muss eine einfache Lösung her.
Wenn du deine Einkaufstaschen immer im Auto brauchst, müssen sie vielleicht nicht im Abstellraum liegen. Wenn du Medikamente morgens in der Küche brauchst, ergibt ein Platz dort möglicherweise mehr Sinn als irgendein perfekt sortierter Schrank im Bad. Wenn Briefe grundsätzlich auf dem Küchentisch landen, kannst du dich jeden Tag darüber ärgern oder du stellst genau dort eine Ablage hin.
Das ist für mich ein wichtiger Unterschied: Organisiere Dinge nicht danach, wo sie theoretisch hingehören, sondern danach, wo du sie tatsächlich benutzt. Das spart Wege, Sucherei und dieses ewige „Wo habe ich das denn jetzt wieder hingelegt?“.
8. Mach nicht aus jeder Aufgabe ein Projekt
Manchmal machen wir Dinge komplizierter, als sie sein müssten.
Du möchtest einen Schrank aufräumen und plötzlich sortierst du den kompletten Raum aus. Du willst schnell etwas besorgen und fährst noch in drei verschiedene Geschäfte, weil irgendwo eine Zutat günstiger ist. Du möchtest das Bad putzen und zwei Stunden später schrubbst du Fugen mit einer Zahnbürste.
Kann man machen. Muss man aber nicht jedes Mal.
Frag dich deshalb öfter: Was ist die einfachste Variante, die für dich ausreicht?
Vielleicht wird nur das Waschbecken geputzt, vielleicht kaufst du dieses eine Produkt heute dort, wo du sowieso bist. Vielleicht räumst du nur eine einzige Schublade auf oder vielleicht gibt es heute ein Essen mit fünf Zutaten statt mit fünfzehn.
„Gut genug“ ist im Alltag kein Versagen. Es ist oft die einzig vernünftige Option, wenn man nicht möchte, dass jede kleine Aufgabe die Zeit und Energie von drei großen verbraucht.
9. Nutze Helfer dort, wo sie dir wirklich Arbeit abnehmen
Ich mag Dinge, die einen echten Zweck erfüllen. Nicht irgendein Küchenhelfer, der nach zweimal Benutzen hinten im Schrank rumliegt. Sondern Sachen, bei denen du irgendwann denkst: Warum habe ich mir das nicht früher einfacher gemacht?
Das kann etwas ganz Kleines sein. Ein guter Wäschekorb an der richtigen Stelle. Ein Gemüseschneider, wenn du ständig Gemüse schneidest. Eine große Einkaufstasche, die immer im Auto liegt. Ein Saugwischer, der in zehn Minuten erledigt, wofür du früher dreißig gebraucht hast. Eine App, die eine Aufgabe übernimmt, die du sonst ständig selbst organisierst.
Die entscheidende Frage ist nicht: „Was könnte ich noch kaufen?“ Sondern: Welche Aufgabe nervt mich regelmäßig und gibt es etwas, das genau diese Aufgabe einfacher macht? Das ist ein großer Unterschied.
Du brauchst nicht mehr Zeug. Du brauchst, wenn überhaupt, Dinge, die dir tatsächlich Arbeit abnehmen.

10. Such nach dem einen Schritt, den du dir sparen kannst
Diese Frage habe ich mir schon so oft in meinem Leben gestellt: Wie könnte ich es mir einfacher machen?
Nicht: Wie werde ich organisierter? Nicht: Wie schaffe ich noch mehr? Sondern ganz konkret bei einer Aufgabe: Was kann ich verändern, damit ich mir diese Aufgabe einfacher mache?
- Du kochst jeden Abend und räumst danach eine völlig verwüstete Küche auf? Vielleicht kannst du beim Kochen direkt eine Schüssel für Müll und Verpackungen benutzen.
- Du fährst ständig wegen Kleinigkeiten los? Sammle sie auf einer Besorgungsliste.
- Du suchst jeden Morgen dieselben Sachen?Leg sie am Abend an einen festen Platz.
- Du beantwortest ständig ähnliche Nachrichten? Speichere dir einen Textbaustein.
- Du überlegst jede Woche neu, was eingekauft werden muss? Mach dir eine Standardliste.
- Du musst jeden Monat an dieselbe Zahlung denken? Einfach automatisieren.
Eine kleine Änderung spart vielleicht nur fünf Minuten. Das klingt erst einmal nach nichts. Aber wenn diese fünf Minuten zu einer Aufgabe gehören, die du fünfmal pro Woche erledigst, sind das 25 Minuten pro Woche. Auf vier Wochen gerechnet sind das 100 Minuten, also 1 Stunde und 40 Minuten.
Und fast noch wichtiger, Du musst dich jedes Mal ein kleines bisschen weniger damit beschäftigen . Diese Zeit kannst du für schönere Dinge gebrauchen, zb. mit den Kindern spielen, mal etwas für dich tun, einem anderen Hobby nachgehen, ein Buch lesen oder was dir sonst im normalen Alltag fehlt.
Du musst deinen Alltag nicht komplett umkrempeln
Wenn du bis hier gelesen hast, mach bitte nicht aus diesen zehn Punkten die nächste To-do-Liste.
Du musst jetzt nicht deinen Haushalt neu organisieren, einen perfekten Wochenplan erstellen, alle Daueraufträge einrichten und deine komplette Wohnung umräumen.
Mach erstmal nur eine Sache, die dich regelmäßig nervt. Nur eine. Vielleicht ist es das tägliche Überlegen beim Abendessen, vielleicht die Einkauferei, vielleicht ein Gegenstand, den du ständig suchst. Vielleicht eine Aufgabe, an die du immer wieder selbst denken musst.
Und dann frag dich: Wie könnte ich genau diese eine Sache einfacher machen?
Vielleicht findest du sofort eine Lösung. Vielleicht merkst du erst in den nächsten Tagen, an welcher Stelle eigentlich unnötig viel Zeit verloren geht. Beides ist völlig in Ordnung.
Fang dort an, wo es dich jeden Tag nervt
Ein einfacherer Alltag entsteht wahrscheinlich nicht durch den einen genialen Trick. Er entsteht eher dadurch, dass du nach und nach die Stellen findest, an denen du dir selbst unnötige Wege, Entscheidungen oder Arbeit ersparen kannst.
Manche Aufgaben werden trotzdem bleiben. Die Wäsche muss weiterhin gewaschen werden. Rechnungen wollen immer noch bezahlt werden. Und leider hat bisher auch noch niemand einen Kühlschrank erfunden, der sich selbst sinnvoll füllt.
Aber vielleicht musst du nicht mehr über alles ständig neu nachdenken. Vielleicht kannst du manche Dinge bündeln, andere automatisieren, einige vereinfachen und ein paar vielleicht sogar ganz weglassen.
Genau darum geht es bei Liarnobloom: nicht noch mehr in deinen schon eh zu vollen Tag zu quetschen, sondern die Dinge, die sowieso da sind, einfacher zu machen.
Und dafür musst du heute nicht dein ganzes Leben ändern. Fang mit der Sache an, bei der du regelmäßig denkst: „Warum ist das eigentlich jedes Mal so umständlich?“
Genau dort würde ich anfangen.

→ Lies gern auch diesen Beitrag passend dazu: Wenn dir alles zu viel wird: 7 Dinge, die deinen Kopf und Alltag entlasten
→ Und wenn du nicht weißt, was Mental Load ist: Mental Load: Was das wirklich ist und warum er dich so erschöpft
