ERSCHÖPFUNG & SELBSTFÜRSORGE

Du bist nicht faul – du bist erschöpft

Über das Gefühl, nicht mehr zu können, obwohl du eigentlich willst. Und warum du aufhören darfst, dich dafür zu schämen.


Du liegst auf dem Sofa, der Haushalt wartet, die Spülmaschine müsste schon längst ausgeräumt sein, saugen müsstest du auch noch. Die Kinder wollen mit dir spielen oder du hast Termine, die Freundin wartet schon lange auf eine Antwort von dir. Da ist auch noch der Wäscheberg im Hintergrund, der dir immer ins Auge fällt.

Eigentlich müsstest du das sofort erledigen, aber du kannst einfach nicht. Du hast keinen Antrieb, keine Energie. Nur diese bleierne Schwere, die sich nicht erklären lässt.

Du weißt, was zu tun wäre, du willst es auch, aber du kommst einfach nicht ins Tun.

Und dann kommt da dieser Gedanke: Ich bin so faul. Warum bekomme ich das nur nicht hin?

Du bist nicht faul. Du bist überlastet.

Ich kenne diesen Gedanken. Ich habe ihn selbst gedacht, viele Male. Bis ich verstanden habe, dass er nicht stimmt. Dass er nie gestimmt hat.

Faulheit ist eine Entscheidung, man könnte etwas tun und entscheidet sich bewusst dagegen, weil man keine Lust hat.

Erschöpfung ist aber kein Mangel an Willen, sondern sie ist ein Zustand, in dem der Körper und der Kopf schlicht nicht mehr geben können, auch wenn man will. Es ist kein Versagen, sondern es ist ein Signal.

Wenn dein Körper sagt „es geht nicht mehr“ dann ist das keine Schwäche, dann hat er lange genug geschwiegen und meldet sich jetzt zu Wort.

Das ist der Unterschied, den viele nicht sehen und den wir uns selbst oft nicht erlauben.

Frauen, die viel tragen, Pflege, Familie, Arbeit, Haushalt, Verantwortung für andere, gewöhnen sich so sehr daran zu funktionieren, dass sie irgendwann gar nicht mehr wissen, wie sich wirklich Ruhe anfühlt. Wenn der Kopf zu voll ist, der Körper übermüdet ist und das manchmal jahrelang.

Und wenn der Körper dann endlich stoppt, kommt nicht Erholung, sondern dieses Schuldgefühl.

Das muss sich ändern.

Erschöpfung entsteht nicht an einem Tag, sie kommt Stück für Stück, manchmal zeigt sie sich ganz leise:

Du schläfst, aber erholst dich nicht. Du bist morgens schon müde, obwohl du die ganze Nacht geschlafen hast.

Kleine Dinge werden riesig. Eine Mail beantworten, einen Anruf machen, das fühlt sich plötzlich unüberwindbar an.

Du funktionierst, aber du lebst nicht. Du erledigst, was sein muss. Aber Freude, Leichtigkeit, Neugier, die sind irgendwo verschwunden.

Du kannst nicht mehr abschalten. Selbst wenn du Zeit hättest, dein Kopf findet keine Ruhe.


Wenn du nickst beim Lesen, dann ist das kein Zufall.

Ich werde dir hier nicht sagen, dass du einfach mehr schlafen oder mehr Sport machen sollst. Das wäre zu einfach und ehrlich gesagt auch nicht hilfreich, wenn man gerade kaum Kraft hat, den Tag zu überstehen.

Was mir geholfen hat, sind kleine Dinge. Keine großen Veränderungen. Kein perfektes System. Nur Dinge, die mir ein bisschen weniger Kraft geraubt haben.

Erlaube dir, ehrlich zu dir zu sein

Der erste Schritt ist kein Tun, sondern ein Eingeständnis. Nicht nach außen, sondern für dich.

Ich bin gerade erschöpft.

Nicht faul.
Nicht undiszipliniert.

Einfach erschöpft.


Einen bewussten Moment einbauen, mit einem Lieblingsgetränk

Das klingt fast zu simpel, aber es geht nicht um das Getränk, es geht darum, dem Körper ein Signal zu geben: Jetzt ist Pause, jetzt darf ich einfach mal nichts tun, ohne schlechtes Gewissen.

Ich habe mir angewöhnt, mir morgens oder abends bewusst fünf Minuten zu nehmen. Nur mit einer Tasse. Keine Ablenkung. Kein Handy. Einfach nur ich und der ruhige Moment, für mich ganz allein..

Kräutertees mit Baldrian, Lavendel und Melisse unterstützen das Abschalten zusätzlich und das ist kein Marketing, das ist meine echte Erfahrung.

Meine Empfehlung: den finde ich ziemlich lecker, Entspannungstee Bio Abendtee* „Kleine Auszeit“


Den Tag strukturieren – aber sanft

Erschöpfung macht alles unübersichtlich. Wenn alles gleich wichtig wirkt, wird alles gleich erdrückend. Ein einfacher Tagesplaner, kein kompliziertes System, nur eine klare Seite für den Tag hat mir geholfen, wieder das Gefühl zu bekommen: Ich habe den Überblick. Ich bin nicht verloren.

Wichtig ist dabei: nicht zu viel eintragen. Drei Dinge reichen. Wirklich.

Meine Empfehlung:Einfacher Tagesplaner* mit 50 Seiten, um jeden Tag den Überblick zu behalten


Verstehen, was mit dir passiert

Manchmal hilft es unglaublich, zu lesen, dass andere dasselbe durchgemacht haben und dass es einen Weg hinaus gibt. Nicht als Ratgeber, der dir sagt was du tun sollst, sondern als Begleitung, die dich versteht.
Es gibt einige Bücher, die mir in schwierigen Phasen wirklich geholfen haben.

Unter anderem kann ich dieses sehr empfehlen:„Raus aus der Mental Load-Falle* von Patricia Cammarata (Spiegel Bestseller), man versteht hinterher viele Dinge wirklich und es fällt einem leichter, im Alltag Kleinigkeiten zu ändern.

Du musst niemandem erklären, warum du heute nichts schaffst. Du musst dich nicht rechtfertigen dafür, dass du Pause brauchst. Und du musst dich nicht schämen, weil dein Körper gerade Stopp sagt.

Erschöpfung ist kein Versagen. Sie ist der Beweis dafür, dass du lange sehr viel gegeben hast.

Fang heute mit etwas Kleinem an, nicht mit allem. Nur mit einem einzigen kleinen Schritt in Richtung Ruhe. Das reicht.

Wenn du weißt, dass sich etwas verändern muss, aber nicht weißt wo du anfangen sollst, hol dir meine kostenlose 7-Schritte-Übung für mehr Ruhe im Kopf.

Wenn du noch mehr darüber lesen möchtest, dann lies gern meinen Beitrag Wenn dir alles zu viel wird: 7 einfache Dinge gegen mentale Überlastung im Alltag

Ich schreibe hier nicht als Expertin, ich schreibe als jemand, die es seit über 23 Jahren kennt und lebt. Die weiß wie es sich anfühlt nicht mehr zu können, die ganze Last alleine zu tragen. Daher möchte ich dir eins sagen:

Du bist nicht faul. Du bist ein Mensch, der sehr viel trägt. Das ist ein Unterschied.

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