5 Dinge, die du sofort streichen darfst, wenn dir alles zu viel wird

Nicht alles muss erledigt werden. Manchmal ist das Weglassen die klügste und mutigste Entscheidung, die du treffen kannst.


Es gibt diese Tage. Die Liste ist zu lang, die Kraft viel zu kurz und das schlechte Gewissen sitzt trotzdem tief in dir drin. Du weißt eigentlich, dass du kürzertreten müsstest, aber du weißt nicht, was du weglassen darfst, ohne dass gleich alles zusammenbricht.

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Seit über 23 Jahren pflege ich meinen Sohn und ich kann dir sagen: Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass nicht alles, was sich dringend und wichtig anfühlt, es auch wirklich ist. Dass manchmal das Mutigste, was du tun kannst, darin besteht, etwas einfach zu streichen. Ohne dich dafür zu erklären. Ohne schlechtes Gewissen. Einfach so.

Du leistest jeden Tag großartiges, da darfst du auch mal nur an dich denken.

Kleiner Hinweis vorab: Dieser Beitrag ist kein Aufruf zur Gleichgültigkeit. Er ist eine Einladung zur Ehrlichkeit, mit dir selbst. Denn wer dauerhaft zu viel trägt, ohne je etwas abzulegen, bricht irgendwann unter der Last zusammen. Und das wünsche ich dir nicht.

Hier sind fünf Dinge, die du sofort streichen darfst, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Das Bett muss heute noch gemacht werden, der Boden muss noch gewischt werden, die Wäsche, die seit zwei Tagen auf dem Stuhl liegt, müsste eigentlich auch noch zusammengelegt werden. Und eigentlich wolltest du ja auch noch frisch kochen, gesund, ausgewogen, weil das ja so wichtig ist. Aber ehrlich gesagt hast du gerade keine Kraft dazu.

Ich kenne das. Und ich sage dir: Immer perfekt sein zu wollen kostet unglaublich viel Energie, genau die Energie, die dir gerade fehlt. Der Anspruch, dass alles stimmen muss, ist oft erschöpfender als die Aufgaben selbst.

Es reicht, wenn Dinge „gut genug“ sind. Die Wäsche darf liegen bleiben, das Essen darf in zehn Minuten fertig sein, der Rest kann bis morgen warten oder auch übermorgen. Der Tag darf unperfekt sein. Du auch.

Du darfst heute gut genug sein.

Du bist nicht für alles und jeden zuständig, auch wenn es sich im Alltag oft so anfühlt. Gerade wenn man viel Verantwortung trägt, wenn man alleine für alles zuständig ist oder wenn einfach niemand da ist, der einem etwas abnimmt, was möglich wäre, dann klebt dieses Gefühl besonders hartnäckig.

Wenn du Familie oder einen Partner hast, dann ist jetzt ein guter Moment, um Aufgaben bewusst abzugeben. Nicht alles, was du tust, musst du selbst tun. Und Dinge, die heute nicht erledigt werden, müssen heute vielleicht gar nicht erledigt werden.

Nicht alles liegt in deiner Hand und das ist völlig in Ordnung. Du darfst heute sagen: Heute nicht. Ohne dich dafür zu rechtfertigen.

Du darfst loslassen, was nicht wirklich deins ist.

Was würden die Nachbarn denken? Was erwartet die Familie? Was denkt die Lehrerin, die Pflegekraft, die Kollegin, wenn du heute absagst oder einfach nicht so funktionierst wie sonst?

Ich habe selbst lange sehr viel Energie damit verschwendet, in den Augen anderer zu bestehen. Irgendwann habe ich damit aufgehört, nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil ich einfach nicht mehr konnte. Und weißt du was? Die meisten Menschen denken viel weniger über uns nach, als wir glauben. Sie sind mit ihrem eigenen Leben, ihren eigenen Sorgen beschäftigt.

Im Grunde ist es doch so: Es ist dein Leben. Nur du weißt wirklich, was du trägst, was dich kostet und was dir gut tut. Du musst das niemandem erklären oder beweisen.

Du darfst heute das tun, was dir gut tut, nicht das, was sich für andere gut aussieht.

Vielleicht ist heute so ein Tag, an dem die Tränen einfach kommen. An dem du keine Kraft hast, tapfer zu sein. An dem du einfach nur erschöpft bist und das vielleicht auch zeigen möchtest, ohne gleich Fragen oder Ratschläge zu ernten.

Das darfst du. Du musst nicht immer funktionieren, du musst nicht immer die Starke sein, die alles im Griff hat und nie ins Wanken gerät. Schwach sein ist nicht das Gegenteil von stark, es ist ein Teil davon. Und manchmal ist es das Mutigste überhaupt zuzugeben: Heute bin ich es nicht.

Stärke bedeutet nicht, niemals zu fallen. Stärke bedeutet, ehrlich zu sein, auch mit sich selbst.

Du darfst heute einfach nur ein Mensch sein, der gerade sehr viel trägt.

Du bist nicht weniger wichtig als alles andere und doch passiert genau das im Alltag ständig. Du kümmerst dich, du organisierst, du funktionierst. Und am Ende des Tages bleibst du selbst übrig mit dem, was noch übrig ist. Meistens ist das nichts, weil du abends todmüde ins Bett fällst und keine Kraft mehr für dich hast.

Das darfst du. Du musst nicht immer funktionieren. Du musst nicht immer die Starke sein, die alles im Griff hat und nie ins Wanken gerät. Schwach sein ist nicht das Gegenteil von stark, es ist ein Teil davon. Und manchmal ist es das Mutigste überhaupt zuzugeben: Heute bin ich es nicht.

Stärke bedeutet nicht, niemals zu fallen. Stärke bedeutet, ehrlich zu sein, auch mit sich selbst.

Du darfst heute als Erstes an dich denken, nicht als Letztes.

Das Wesentliche, das, was wirklich zählt.

Ein Moment mit deinem Kind, einen Moment nur für dich, eine Tasse Tee oder Kaffee, die noch heiß ist. Wir kennen das alle: Man setzt sich hin, stellt die Tasse ab und bevor man auch nur einen Schluck trinkt, ist man schon wieder aufgestanden, weil irgendetwas ist. Und wenn man dann irgendwann wieder dazu kommt, ist er kalt. Und kalter Kaffee schmeckt einfach nicht.

Nicht alles, was unerledigt bleibt, ist ein Versagen. Manchmal ist es ein Zeichen dafür, dass du endlich auf dich gehört hast. Und das ist mehr wert, als ein perfekt aufgeräumter Haushalt.

Nicht alles, was unerledigt bleibt, ist ein Versagen. Manchmal ist es der erste Schritt zurück zu dir selbst.

Du musst dein Leben nicht von heute auf morgen komplett verändern. Aber du darfst anfangen, es ein kleines bisschen leichter zu machen. Manchmal hilft es schon, sich kleine Strukturen zu schaffen, die dir im Alltag Orientierung geben, gerade an den Tagen, an denen alles durcheinander ist und du nicht weißt, wo du anfangen sollst.

Ein einfacher Überblick, drei klar priorisierte Aufgaben, ein ruhiges System für den Tag, das kann erstaunlich viel Druck rausnehmen. Nicht weil es Magie ist, sondern weil dein Kopf aufhört, alles gleichzeitig festhalten zu müssen.

Wenn du merkst, dass dir genau das fehlt, ein bisschen Struktur, ohne dass es sich nach noch mehr Druck anfühlt, dann kann dir so ein einfaches Journal wirklich helfen. Ich nutze selbst etwas in der Art, um meine Gedanken ein bisschen zu sortieren.

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Es ist nicht kompliziert, aber genau das macht es so hilfreich.

Du musst nicht alles schaffen. Du musst nicht alles tragen. Und du musst ganz sicher nicht perfekt sein.

Du darfst streichen. Du darfst vereinfachen. Du darfst wieder bei dir anfangen, auch wenn das heute nur ein einziger kleiner Schritt ist. Dieser eine Schritt reicht.

Ich sage das nicht, weil es sich gut anhört. Ich sage es, weil ich selbst lange gebraucht habe, um es zu glauben. Und weil ich weiß, wie viel leichter der Alltag werden kann, wenn man aufhört, gegen sich selbst zu kämpfen.

Mein Tipp für heute Abend: Schreib dir auf, was du heute trotz allem geschafft hast, nicht was du nicht geschafft hast. Drei Dinge reichen. Ganz kleine dürfen dabei sein. Das verändert mit der Zeit, wie du auf dich selbst schaust.

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Ich schreibe hier nicht als jemand, die das alles perfekt hinbekommt. Ich schreibe als jemand, die gelernt hat, dass Loslassen keine Schwäche ist, sondern manchmal die klügste und fürsorglichste Entscheidung, die du für dich treffen kannst.

Vielleicht ist heute genau der Tag, an dem du anfängst, es dir etwas leichter zu machen.
Ein kleiner erster Schritt reicht schon.

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